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Esstisch selber bauen

Ich freue mich schon seit Tagen das erste größere Do-it-yourself Projekt mit euch zu teilen. Und jetzt ist es also soweit. Heute will ich euch von unserem selbstgebauten Esstisch erzählen und zeige euch, wie ihr ihn nachbauen könnt.

Mein Freund und ich sind vor kurzem zusammen gezogen und weil wir beide sehr einrichtungbegeistert sind, sind wir schon sehr früh in alle möglichen Möbelläden um unser erstes gemeinsames Mobiliar zu finden. Beim Thema Esstisch war das so eine Sache. Eigentlich konnten wir wirklich keinen einzigen Tisch finden, den wir beide schön fanden und der im Budget lag. Dabei waren wir wirklich in sehr vielen Möbelhäusern! Also hat mein Freund kurzerhand beschlossen: Machen wir den Tisch doch einfach selbst. Ich bin mit dem Ergebnis sehr sehr gut zufrieden. Der Tisch ist aus Massivholz und ist sehr groß. Man könnte mit 6 bis maximal 8 Leuten daran Platz finden. Außerdem passt er vom Holz her genau zu unserer sonstigen Einrichtung. Ich habe im Folgenden mal genau dokumentiert, wie der DIY – Esstisch gebaut wurde:

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Als erstes braucht ihr natürlich getrocknetes Holz. Dieses sollte natürlich so weit heruntergetrocknet sein, dass es für den Möbelbau geeignet ist. Am besten könnt ihr da mal bei Schreinereien in eurer Umgebung nachfragen. So haben wir das auch gemacht. Klar, Holz ist nicht ganz günstig, aber es lohnt sich hier gutes Material zu kaufen. Hier mal ein kleiner Schnappschuss für euch. Wie ihr sehen könnt, haben wir das Holz gerade so im Polo verstaut bekommen. Die oberflächlichen Wasserflecken auf dem Holz sind übrigens nicht schlimm, nach dem Schleifen wird man davon nichts mehr sehen.

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Neben dem Holz braucht man natürlich auch noch das Untergestell. In diesem Fall haben wir ein Edelstahlgestell via Ebay gekauft.

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Jetzt kommen wir zum ersten Arbeitsschritt. Als allererstes muss man das Splintholz entfernen. Das ist das etwas hellere und weichere Holz direkt unter der Rinde. Weil es so „weich“ ist benutzt man das nicht um Möbel zu bauen. Wir haben es zuerst mit einem Stecheisen abgetrennt. Nicht die beste Idee, weil das extrem lange gedauert hat. Auf diesem Foto (siehe unten) kann man noch ganz gut erkennen, was mit Splintholz gemeint ist. Hier kann man an der linken Oberseite gut erkennen, dass ein Teil des Holzes heller ist. Das ist das weichere Splintholz. Es muss nicht komplett ab, aber wir haben uns sagen lassen, dass man das im Möbelbau normalerweise abtrennt.

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Weil das mit dem Stecheisen wie gesagt viel zu aufwendig war, haben wir dann ein elektrisches Handhobelgerät benutzt. Damit war die Sache dann ganz schnell erledigt. Etwas von dem helleren Holz haben wir noch dran gelassen. Geschmackssache…

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Mein Freund hatte sich dann überlegt, dass die äußeren Kanten des Tisches abgerundet werden sollten. Auch das ist wieder Geschmackssache. Ich finde das Ergebnis sehr schön. Hierzu hat er die Kanten noch per Hand mit einer Holzraspel bearbeitet:

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Dann musste die Oberfläche natürich noch abgeschliffen werden. Dazu nutzt man einen Bandschleifer:

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Mit dem Ergebnis waren wir noch nicht ganz zufrieden. Das Holz war nämlich etwas schief, wodurch man das ganze natürlich später nicht gerade auf dem Untergestell hätte befestigen können. Also haben wir noch überlegt, wie man dieses Problem in den Griff bekommen könnte. Aber dazu gleich mehr. Zuerst einmal haben wir das Holz jetzt auf das richtige Maß zugeschnitten. Die Tischplatte sollte insgesamt 160 x 90 cm groß werden:

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Zurück zu dem kleinen Problem, dass die Holzbohlen etwas schief waren. Die einzige Lösung, die uns dafür eingefallen ist, war in einer Schreinerei nachzufragen, ob das Holz da nochmal kurz durch einen Abrichthobel und einen Dicktehobel gezogen werden könnte um die Krümmung „herauszuhobeln“. Schreinereien haben dafür natürlich extra Maschinen und alleine zu Hause wäre das per Hand wahrscheinlich niemals gerade geworden.

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Innerhalb weniger Minuten war unser Problem damit dann gelöst. Netterweise hat der Mitarbeiter der Schreinerei die Holzbohlen auch noch schnell über einen maschinellen Bandschleifer geschoben. Hierdurch mussten wir das ganze dann nicht noch einmal per Hand machen. Jetzt konnte das Holz endlich geölt werden. Ein wichtiger Arbeitsschritt, den ihr nicht auslassen solltet, denn auf einem Esstisch kann ja durchaus mal ein Glass Wasser o.ä. umfallen. Unbehandeltes Holz würde sich damit vollsaugen und es würden wirklich unschöne Flecken entstehen. Damit das Holz durch das Ölen nicht zu sehr nachdunkelt, haben wir ein Orangenöl mit weißen Pigmenten genommen. Das könnt ihr übrigens über Amazon bekommen.

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Das Öl am besten zuerst großzügig mit einem Pinsel auftragen und anschließend mit einem alten, aber sauberen Tuch das überschüssige Öl abnehmen:

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Wir haben den Tisch insgesamt zwei mal geölt. Dazwischen hatte das ganze 2 bis 3 Tage Zeit zu trocknen und auch nach dem zweiten Ölen haben wir das Holz nochmal zwei bis drei Tage trocknen lassen. Jetzt muss die Tischplatte eigentlich nur noch auf das Gestell. In dem Edelstahlgestell waren schon einige Löcher vorgebohrt, allerdings waren das nicht genug um drei Holzbohlen darauf anbringen zu können. Also mussten zuerst noch Löcher in das Edelstahlgestell gebohrt werden. Hierbei solltet ihr unbedingt darauf achten, dass ihr den Bohrer gerade haltet, denn sonst könnten  die Bohrungen schief werden und ihr könnt keine Schrauben darin anbringen.

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Nachdem dann alle Löcher im Edelstahlgestell vorgebohrt waren, haben wir das Gestell auf die Rückseiten der Holzbohlen gelegt. Auch hier muss man jetzt genauestens darauf achten, dass alles so liegt, wie ihr es später haben wollt. Ein kleiner Tipp: Man sollte Abstandhalter zwischen die Holzbohlen klemmen, damit die Spalten später genau gleich groß sind.

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Jetzt kann man auf dem Holz skizzieren wo noch gebohrt werden muss. Um nicht durch die Tischplatte zu bohren, haben wir vorher gemessen wie tief die Löcher maximal sein sollten und dann haben wir einfach ein Klebeband auf den Bohrer geklebt. So konnte man immer genau bis zum Klebeband bohren und man kam nicht durch die Tischplatte.

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Hier ist nochmal ein Schnappschuss als Überblick über alle Vorbohrungen im Holz:

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Ganz zum Schluss mussten wir also nur noch die Schrauben anbringen und fertig war der DIY-Tisch.

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Hier nochmal ein paar Fotos vom fertigen Ergebnis:

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Übrigens hat mein Freund auch ein paar Fotos von dem Tisch vor kurzem auf 9Gag hochgeladen und es kam enorm viel Ressonanz. Über Feedback darüber wie euch der Tisch gefällt, würde ich mich wie immer sehr freuen.

10 Kommentare

  1. Wow, Respekt! der sieht klasse aus und war bestimmt auch Megararbeit, wie man an den Fotos erkennen kann. Find ich sehr gelungen, ich werd mir auch noch einen machen, aber eher für den Garten!
    Liebe GRüße

    • meineschokoladenseite sagt

      Dankeschön 🙂 Freut mich, dass dir der Tisch gefällt und viel Erfolg bei deinem Gartentisch-projekt. Falls du einen Blogpost darüber schreibst, sag bescheid, dann schau ich gerne nochmal bei dir vorbei.

      Liebe Grüße zurück

  2. Pingback: DIY - Couchtisch - Meineschokoladenseite

  3. Jasmin sagt

    Mir gefällt euer Tisch auch richtig gut. Genau so einen in der Art suche ich auch gerade, aber wie du schon berichtet hast sind die kaum bezahlbar… -.-
    Daher würde mich mal interessieren wie viel Ihr insgesamt für euer DIY Tischprojekt ausgegeben habt? Musstet ihr für die Arbeiten beim Schreiber noch extra Geld bezahlen?
    Liebste Grüße und viele schöne Stunden an eurem tollen Tisch. 🙂
    Jasmin

    • meineschokoladenseite sagt

      Hallo Jasmin!
      Dankeschön für deine lieben Worte. Also am teuersten war mit 199€ das Edelstahlgestell. Für das Holz haben wir 150€ bezahlt. Um an schon fertig getrocknetes Holz für den Möbelbau zu kommen, haben wir auch einfach mal bei größeren Betrieben nachgefragt. In der Schreinerei mussten wir netterweise gar nichts bezahlen, weil die von unserem Projekt sehr angetan waren und natürlich auch weil das kein großer Aufwand war die 3 Bohlen schnell über die Hobelmaschine zu ziehen. Trotzdem haben wir ein kleines finanzielles „Danke“ dagelassen. Am besten kannst du einfach mal bei Schreinereien in deiner Nähe nachfragen, das haben wir auch so gemacht, denn wir hatten keine Kontakte im Freundeskreis oder ähnliches. Dann braucht man natürlich noch Schrauben etc. Insgesamt hat uns der Tisch 380€ gekostet. Es sei aber gesagt, dass wir uns glücklicherweise keine Geräte mehr mieten mussten, weil die Familie schon etliche Sägen und so weiter besitzt.

      Liebste Grüße

  4. Heidi sagt

    Hallo, mir gefällt der Tisch auch total, spiele mit dem Gedanken einen selbst zu bauen. Was für eine Holzart habt ihr denn benutzt? Und die Bohlen liegen soweit auseinander dass Krümel sozusagen hindurchfallen? Eigentlich praktisch 😛 Vor allem weil ich es mir sehr schwierig vorstelle die Bohlen so dicht und gerade aneinander auszurichten dass man keine “Rinne“ bekommt…
    Lieben Gruß,
    Heidi

    • meineschokoladenseite sagt

      Dankeschön für dein Kommentar. Wir haben Eichenholz benutzt, das dann später eingeölt wurde mit einem Öl, das weißliche Partikel enthält (deshalb bleibt das Holz so hell). Die Bohlen liegen so weit auseinander, weil mein Freund das so schöner fand. Aber du hast Recht, es ist recht praktisch 😀 Liebste Grüße zurück

  5. Tom sagt

    Hallo,

    schönes Projekt, super Anleitung. Gefällt mir. Ich baue auch gerade einen Tisch aus Birkenbohlen und wollte Euch kurz fragen, in welchen Körnungen ihr bzw. der Schreiner vor dem Ölauftrag geschliffen hat?

    Danke & schöne Ostern!

    Grüße
    Tom

    • meineschokoladenseite sagt

      Hallo Tom, leider weiß ich nicht mehr genau mit welchen Körnungen der Schreiner die Bohlen geschliffen hat. Auf jeden fall ist er mit einer sehr groben Körnung angefangen und er hat unsere Bohlen dann mehrmals durch einen Schleifautomaten gezogen (endend mit einer sehr feinen Körnung). Viel Erfolg für dein Projekt!

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